21.-22.08.2010 - Gelände-Turnier auf dem Tempelplatz

Vorbereitungen zum Geländeturnier in Offenbach Rumpenheim, bedeutet zum einen natürlich das vorangegangene Training, und zum anderen das zusammenstellen der Mannschaften. Ein sehr schönes "Add On" ist nämlich die Mannschaftswertung bei der 4 Reiter in 3 unterschiedlichen Prüfungen starten müssen: Wettbewerb, E und A! Vereinszugehörigkeit spielt hierbei keine Rolle, ein Pferd darf mehrfach in einer mannschaft drin sein und Reiter dürfen auch in verschiedenen Mannschaften starten. Eigentlich waren 3 Mannschaften geplant, aber - es wäre eines eigenen Berichts würdig auf zu zählen wie oft das gestrichen, getauscht und geändert wurde. Zum Schluß blieben immerhin 2 Mannschaften. (Kamikaze 1 und Kamikaze 2) :D

Los gings dann am Samstag mit dem Boris im Geländereiter Wettbewerb. Fabi ritt ihren ersten Geländekurs und erhielt eine 6,0!
Ebenfalls für eine der Mannschaften zählte der Ritt von Nina, sie erhielt mit ihrer hübschen Stute eine 6,5!
Simone startete mit Shakira, leider hat die Stute sich mit der plötzlichen Hitze schwer getan, so das die beiden nicht länger bleiben konnten :-(

Die nächste Prüfung des Tages war die Hunterklasse, hier startete Corinna 2x - mit Endor und mit Teba. Aus privaten Gründen, die mit dem Vorabend auf dem Weinfest zu tun haben, konnten wir leider nur sehr langsam am Samstag die Pferde fertig machenund verladen und kamen leider etwas knapp zum Start. Corinna konnte ihren Parcour nicht mehr abgehen (und aus den oben genannten Gründen auch nicht schnell abgehen) und war sich sicher, sie wüsste wo es lang geht. Leider wählte sie beim Wallabsprung die falsche Möglichkeit und schied somit mit Teba aus.
Aber geärgert haben wir uns nicht, wir hatten genug mit uns selbst zu tun (siehe Vorabend)

Mit Endor hatte sie dann definitiv sämtliche Symphatien auf ihrer Seite, das Protokoll war so liebevoll wie humorvoll verfasst und die Sprecherin musste selbst schmunzeln: Endor läuft auch gern auf 2 Beinen (hoffentlich nicht mit mir). Wir kennen uns seit einer Woche (mal sehen wie das heute klappt). Und dann gings auch schon los. Ohje, der erste Sprung war etwas gut gemeint und etwa doppelt so hoch wie nötig, im Verlauf des Parcours gab es aber einige sehr gute Passagen. 1x wollte Endor auch mal etwas schneller als Corinna, aber alles in allem war das schon eine zufriedenstellende Vorstellung - die den 4. Platz und eine Wertnote von 65 Punkten erhielt.

Trotzdem hatten wir (siehe Vorabend) keinen großen drang auf diese Platzierung mit einem Sekt an zu stoßen.

Weiter ging es mit dem E Gelände. Wir hatten die hervorragende Idee, Nine nun ins kalte Wasser zu werfen, das klappt schon mit dem Fuß, reite Du Endor! Nine schaffte es zu lächeln obwohl ihr gleichzeitig alles aus dem Gesicht fiel. Nach kurzer organisatorischer Überlegung (Stiefel hab ich im Auto, Schutzweste nehm ich von Momo, Helm hier, Reithose dort) stapfte ich zur Meldestelle und machte diese spontane Entscheidung Dingfest. Zum Glück sitzt an der Meldestelle unsere liebe Kamikaze Gabi, ich glaube jeden anderen hätten wir mit unserem Mannschafts und nennungs hin und her schon ganz Kirre gemacht! Aber - alles kein Problem - Nine und Endor können starten.

Und das taten sie auch, nachdem Nine nun wegen einer Fußverletzung Wochenlang nicht mehr geritten ist meisterte sie eine - etwas schüchterne - aber höchst souveräne Runde ohne Fehlern in diesem E Parcours. Sie wurde mit 6,9 bewertet und befand sich mit diesem Ergebnis dann auf Platz 9 - 1. Reserve! Ich fand das ziemlich cool! :)

Wir reisten vom Turnierplatz ab und drückten von der Ferne noch einmal Saskia und nina die Daumen, für das E gelände - hier startete Saskia für unsere mannschaft Kamikaze 2 - und schaffte eine schöne Runde - bis zum Wasser. Dort verloren Pferd und Reiter einander. Schade, aber das lachen ist ihr trotzdem nicht vergangen wie wir am Sonntag fest stellen durften :)

Der Sonntag begann auf jeden Fall schneller, wir hatten uns von (siehe oben) erholt und machten wie ein eingespieltes Team die Pferde Teba und Endor Turnierfertig. Bei der Vorabendlichen Geburtstagsfeier haben wir uns enorm zurück gehalten und sind früh ins Bett gegangen. Schade um die sicherlich großartige Feier, aber alles kann man eben nicht haben....
In der ersten Prüfung des Tages, einem Stil Geländeritt der Klasse A sollte ich mit beiden Pferden an den Start gehen. Den Anfang machte Endor, der sich inzwischen schon wie zuhause fühlte. Ich ritt ein bischen auf Risiko, denn mein Tempo und das Vertrauen zum Pferd war dann doch etwas zu gut gemeint - so musste ich bei Sprung 3, einem Tisch mit roter Tischdecke, eine Verweigerung hin nehmen. Der Anreiteweg war nicht so ganz einfach und obwohl ich am Vortag meinen Parcour gewissenhaft abgegangen war, habe ich hier einen Fehler auf meine Kappe zu nehmen.
Aber das macht nix, wir galoppierten fröhlich weiter und der noch unerfahrene Endor liess sich einwandfrei von mir durch den Parcour manövrieren. Zum letzten Hinderniss, Wassereinsprung, nahm ich ihn auf denn er springt da gern auf groß rein. Leider auch diesmal. er sprang mit unhaltbarer Wucht los - und landete beinahe schon im trockenen. Leider nicht über den vorgesehen Aussprung hinaus, so das wir hier die 2. Verweigerung kassierten. Ärgerlich, denn die Note 7,5 schmälerte sich nun auf 6,0.

Trotzdem sehr zufrieden mit der Leistung waren wir alle und klopfen Endor von allen Seiten den hals! Gutes Pferd, Nine, Du wirst noch viel viel Freude mit ihm haben! :)

Bei 45 Starten konnten wir nun entspannen. Teba muss noch lange nicht gesattelt werden. Es waren in dieser Prüfung einige auffallend schlechte Ritte - sorry wenn ich das so sage - aber ich musste öfter mal die Augen zu machen, nicht nur beim Birkenoxer!
Doch dann passierte ein ernsthafter Sturz. Sanitäter wurden gerufen und es schien unendlich viel zeit zu vergehen. Doch es sickerte durch, die Reiterin ist ansprechbar und keine sichtbaren Verletzungen erkennbar. Zur Sicherheit aber der Abtransport in ein Krankenhaus. - Mit dem Hubschrauber? Oh das fand ich bei all dem Übel nun etwas aufregend, noch nie (zum Glück) habe ich einen aus der Nähe gesehen. Die wartenden Reiter wurden gebeten den Abreiteplatz frei zu machen und kurze Zeit später hörte man schon das knattern in der Luft.
Orange, Groß, Laut. Zuschauer und Reiter beobachteten wie er landete und - einige haben es gesehen, aber sicherlich alle gehört - PENG! fetzen flogen. Was war das? ...eine Taube! ...oh....einzelne Federn segelten sanft zur Erde. Tod durch Rotorblätter des Christopher 2! ...
Nachdem auch andere Besucher sich trauten näher an den Flieger heran zu treten, folgte ich und nahm diesen genauer unter die Lupe. mann, ganz schön eng da drin. Leute mit Platzangst haben da keinen Spaß. Und so in der Luft sieht er viel größer aus... der freundliche Pilot beantwortet alle Fragen und ich darf auch ein Foto machen.
Zurück auf dem Turniergelände hat nun jeder noch eine andere Hubschrauber-Geschichte die er zum besten geben kann. Es scheint noch Unklarheiten zu geben ob die Verletzte nun geflogen wird oder nicht, wir wünschen ihr auf jeden Fall alles Gute und schnelle Genesung von hoffentlich harmlosen Verletzungen!!!!!

Tapfere Reiter die nun nach dieser Verzögerung und nach der Hubschrauber-Einlage als nächstes am Start sind. Aber es sind erstmal Männer dran, die stecken das ganz gut weg.
Doch weil es nun sowieso egal ist, kommt eine weitere Verzögerung... eines der Pferde hat sich mutwillig auf den Tisch gesetzt, und dieser muss jetzt erstmal repariert werden. eieiei... hätte er den Tisch bloß gleich ganz zerstört, denn dieser wurde mir später erneut zum Verhängnis. Wer kann es Teba übel nehmen dass sie nach so langer Wartezeit nun nölig und lustlos ist? Ich nicht. Und ich versuche das beste daraus zu machen.
Das Beste ist eine Verweigerung am Tisch und eine Endnote von 6,1 - da ich ja beurteilen kann, wie schwer sie es mir an diesem tag gemacht haben, bin ich höchstzufrieden mit diesem Ergebnis. Zumal schon ab 6,3 platziert wird, und zumal wir uns über gesunde Reiter und Pferde freuen können! Sehr zufrieden fahren wir zurück und versorgen die Pferde.

Um noch ein bischen zu gucken und die Mannschaftsplatzierung nicht zu verpassen, fahren wir wieder zurück - und siehe da, trotz Sturz, Ausfällen, Cerweigerungen und Durcheinander schaffen es die Kamikaze 1 und 2 sich auf die Plätze 6&7 zu schieben. Bei immerhin 13 Mannschaften finden wir, JETZT kann auch wieder Sekt getrunken werden :-) und - wie jedes Jahr - freuen wir uns schon auf nächstes Jahr!

PS: das einzige, was nicht schön war, war, dass am Sonntag kein fließendes Wasser zur Verfügung stand. So viel Geiz ist gar nicht Geil, schon gleich nicht bei so einer Hitze. Ansonsten, tolles Turnier!


Eure Momo